Drei Geschosse gleichzeitig im Bau
Um das ambitionierte Ziel – jede Woche eine neue Decke zu beginnen – zu erreichen, läuft der Bau in einem klaren, aber räumlich verschachtelten Rhythmus:
• Unterste Decke der drei Geschosse (z. B. 25. OG)
Hier wird die Decke mit der Betonage des Mittelabschnittes komplett fertiggestellt. Die Decke entsteht dabei in drei Abschnitten:
o Südabschnitt
o Nordabschnitt
o Mittelabschnitt (mit dessen Betonage gilt die Decke als vollständig fertiggestellt)
• Mittleres Geschoss (z. B. 26. OG):
Eine Etage darüber werden die Bauteile montiert, die die nächste Decke überhaupt erst möglich machen. Dort werden
o Fertigteilstützen,
o Fertigteil-Randträger,
o Fertigteil-Hauptträger
sowie die sogenannten Filigranplatten verlegt.
Diese Platten sind dünne Fertigteile, die später mit Ortbeton ergänzt werden. Aus der Kombination von Fertigteil-Platte und Ortbeton entsteht die endgültige tragende Deckendicke.
• Oberstes Geschoss der drei Geschosse (z. B. 27. OG):
Noch eine Etage höher beginnt bereits der nächste Schritt: Hier wird mit der Montage der Fertigteilbauteile die Vorbereitung für die Betonage der Decke über dem 27.OG gestartet. Während unten noch betoniert wird, wird oben schon die Grundlage für die nächste Decke geschaffen.
Sobald die niedrigste der drei Decken vollständig fertiggestellt ist, „wandert“ der gesamte Prozess ein Stockwerk nach oben:
Das bisher mittlere Geschoss wird zum „Fertigstellungsgeschoss“, das bisher oberste Geschoss rückt nach und darüber beginnt bereits die Arbeit an der nächsten Ebene. So bleibt der Dreiklang konstant erhalten und wird zum Gleichgang.
Die Kerne klettern voraus
Parallel dazu wachsen die beiden Gebäudekerne – Nord- und Südkern – dem restlichen Rohbau voraus. Sie werden im Wochentakt „hochgeklettert“ und bilden so den strukturellen Taktgeber für die Decken:
• Zum Zeitpunkt der 100-Meter-Marke befinden sich die Kerne bereits im 28. Obergeschoss.
• Der Südkern ist dort schon hergestellt, der Nordkern wird in derselben Woche betoniert.
• Das 28. Obergeschoss ist ein überhohes Geschoss und wird daher in zwei Betonierabschnitten („Schüben“) ausgeführt.
Damit die Decken jede Woche eine Etage höher beginnen können, müssen die Kerne diesen Vorsprung halten. Sie sind das Rückgrat des geben den Rhythmus vor, in dem sich der Turm nach oben entwickelt.
Ein Uhrzeigersinn in drei Ebenen
Auch in der Fläche folgt der Bau einem klaren Muster: Ausgehend vom Süden werden die Decken im Uhrzeigersinn erstellt. Für Außenstehende wirkt es so, als würde gleichzeitig an verschiedenen Stellen und Höhen gearbeitet – tatsächlich folgt das Ganze einem präzisen, wiederkehrenden Ablauf:
• Start im Süden,
• Weiterarbeiten im Uhrzeigersinn,
• Versetztes Arbeiten in drei übereinanderliegenden Geschossen.
So entsteht ein kontinuierlicher Baufluss, der sich – mit wenigen Ausnahmen im Bereich des Hochhauskopfs – nahezu bis zur Endhöhe von 205 Metern fortsetzt.
Auf dem Weg zur Gesamthöhe
Bis zur 200-Meter-Marke und zur endgültigen Höhe von 205 Meter wird der Turm weiter in diesem Dreitakt wachsen: Jede Woche eine neue Decke, immer drei Geschosse gleichzeitig im Bau, und die Kerne, die dem Ganzen vorausklettern.
So wird aus vielen präzise getakteten Einzelschritten ein neuer Hochpunkt in der Frankfurter Skyline.


